Leitfaden
Misch-Klassifikation der Knochendichte (D1–D4) und Hounsfield-Einheiten
Die Misch-Klassifikation unterteilt den Kieferknochen in vier Dichteklassen – von D1 (dichte Kortikalis) bis D4 (feiner Trabekelknochen); manchmal wird D5 ergänzt. Häufig angegebene Bereiche sind: D1 über 1250 HU, D2 850–1250, D3 350–850 und D4 150–350. Bei dentaler DVT (CBCT) sind diese Werte nur relativ zu verstehen, da Graustufenwerte keine kalibrierten Hounsfield-Einheiten sind.

Die vier Klassen
| Klasse | Beschreibung (Tastgefühl/Struktur) | Häufig angegebener CT-Bereich |
|---|---|---|
| D1 | Dichte Kortikalis | > 1250 HU |
| D2 | Dicke, poröse Kortikalis über grobem Trabekelknochen | 850–1250 HU |
| D3 | Dünne, poröse Kortikalis über feinem Trabekelknochen | 350–850 HU |
| D4 | Feiner Trabekelknochen, wenig Kortikalis | 150–350 HU |
| D5 | Sehr weicher, unvollständig mineralisierter Knochen (manchmal ergänzt) | < 150 HU |
Carl E. Misch beschrieb die Klassifikation Ende der 1980er- und in den 1990er-Jahren in der implantologischen Fachliteratur. Sie beruhte auf der taktilen und radiologischen Beurteilung; die HU-Bereiche wurden später anhand medizinischer CT-Aufnahmen zugeordnet.
Warum DVT-Werte keine echten Hounsfield-Einheiten sind
Wichtig: Die Graustufenwerte bei dentaler DVT (CBCT) variieren je nach Scanner, Belichtungseinstellungen, Größe des Bildfelds und Position innerhalb des Volumens. Außerdem werden sie durch Streustrahlung und Artefakte beeinflusst. Sie lassen sich weder direkt mit Hounsfield-Einheiten aus medizinischen CT-Aufnahmen noch mit Werten eines anderen Scanners vergleichen.
Medizinische CT-Aufnahmen sind so kalibriert, dass Wasser den Wert 0 und Luft den Wert −1000 hat. Die meisten DVT-Geräte gewährleisten diese Kalibrierung jedoch nicht im gesamten Volumen. Derselbe Knochen kann in zwei Aufnahmen oder innerhalb einer Aufnahme in der Mitte und am Rand unterschiedliche Werte aufweisen. Deshalb sollte die anhand einer DVT angezeigte D-Klasse höchstens als relativer Hinweis verstanden werden.
So zeigt Ossidex die D-Klasse an
In Ossidex zeigt die HU-Messsonde den Wert unter Ihrem Finger an und als Orientierungshilfe die Misch-Klasse, in die dieser Wert anhand der oben genannten Bereiche fallen würde. Bei medizinischen CT-Aufnahmen handelt es sich um eine Hounsfield-Einheit, die anhand der DICOM-Rescale-Parameter ermittelt wird. Bei dentaler DVT (CBCT) ist es der Graustufenwert des Scanners, mit den oben genannten Einschränkungen. Nutzen Sie ihn zum Vergleich von Bereichen innerhalb derselben Aufnahme, nicht als Messung der Knochenqualität.
Dichtewerte sinnvoll verwenden
- Vergleichen Sie Werte innerhalb einer Aufnahme, in ähnlicher Tiefe und mit Abstand zu Metallartefakten.
- Verwenden Sie eine ROI (Mittelwert über einen Bereich) statt eines einzelnen Pixels, dessen Wert stärker schwankt.
- Bedenken Sie, dass die Dichte nur einer von mehreren Faktoren ist, die Behandelnde berücksichtigen. Sie ersetzt nicht die klinische Beurteilung.
Ursprung der Klassifikation
Carl E. Misch beschrieb vier Hauptgruppen der Knochenqualität (D1–D4). Grundlage waren das Tastgefühl beim Bohren und das Erscheinungsbild in Röntgenaufnahmen. Später ordnete er ihnen typische Hounsfield-Bereiche zu, die anhand medizinischer CT-Aufnahmen gemessen wurden. Für sehr weichen, unreifen Knochen wird manchmal eine fünfte Gruppe, D5, verwendet. Die Klassen sind beschreibend: Sie fassen das Verhältnis von dichter Kortikalis zu porösem Trabekelknochen an einer Stelle zusammen.
Typische Vorkommen
| Klasse | Beschreibung | Häufig beschriebene Vorkommen |
|---|---|---|
| D1 | Dichte Kortikalis | Vorderer Unterkiefer, insbesondere bei atrophierten Kieferkämmen |
| D2 | Dicke, poröse Kortikalis mit groben Trabekeln | Vorderer und hinterer Unterkiefer |
| D3 | Dünne, poröse Kortikalis mit feinen Trabekeln | Vorderer Oberkiefer, hinterer Unterkiefer |
| D4 | Feiner Trabekelknochen, wenig Kortikalis | Hinterer Oberkiefer |
Dies sind allgemeine Tendenzen aus der Fachliteratur, keine Regeln für einzelne Patientinnen und Patienten.
Werte mit der HU-Messsonde ablesen
- Öffnen Sie die Stelle in einer Schnittansicht. Erstellen Sie den Zahnbogen (Pro) oder verwenden Sie MPR, damit der Schnitt durch den gewünschten Bereich verläuft.
- Setzen Sie die Messsonde an. Wählen Sie im Seitenmenü die HU-Messsonde aus und tippen Sie auf den Knochen. Angezeigt werden der Wert unter Ihrem Finger und die Klasse, in die dieser Wert fallen würde.
- Messen Sie mehrere Punkte. Die Werte unterscheiden sich zwischen Kortikalis und Trabekelknochen sowie von Schnitt zu Schnitt. Prüfen Sie mehrere Punkte statt nur einen.
- Vergleichen Sie Werte innerhalb derselben Aufnahme. Relative Unterschiede innerhalb einer DVT-Aufnahme (zum Beispiel zwischen zwei Stellen) sind aussagekräftiger als absolute Zahlen.
Häufige Fehlerquellen
- Metall in der Nähe. Kronen, Implantate und Stifte erzeugen streifenförmige Artefakte, die die Werte in der Umgebung erhöhen oder senken.
- Rand des Bildfelds. Bei einem kleinen DVT-Volumen können die Werte zum Rand hin abweichen.
- Unterschiedliche Geräte. Derselbe Knochen kann auf zwei DVT-Geräten unterschiedliche Werte ergeben. Vergleichen Sie keine Zahlenwerte verschiedener Scanner.
- Partialvolumeneffekt. Bei dünnen Kortikalisplatten kann ein einzelnes Voxel Knochen- und Weichgewebe enthalten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist D2-Knochen?
In der Misch-Klassifikation bezeichnet D2 eine dicke, poröse Kortikalis über grobem Trabekelknochen. Bei medizinischen CT-Aufnahmen werden damit üblicherweise etwa 850–1250 HU verbunden.
Kann ich Hounsfield-Einheiten aus einer DVT erhalten?
Sie erhalten Graustufenwerte, die bei manchen Scannern so skaliert werden, dass sie HU ähneln. Sie sind nicht wie bei medizinischen CT-Aufnahmen kalibriert und sollten nur relativ betrachtet werden.
Misst Ossidex die Knochendichte?
Ossidex zeigt Pixelwerte und die zugehörige Misch-Klasse als Orientierungshilfe an. Die App berechnet weder die Knochenqualität noch gibt sie Behandlungsempfehlungen.
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